KEINE BESTRAHLUNG
auf jeden Fall heute.
Denn nachdem ich heute morgen um 7 Uhr angerufen wurde, ob wir denn den Termin vvon 13.30 Uhr auf 9 Uhr wegen technischen Problemen vorverlegen könnte, begann eine lustige Geschichte.
Das alarmierte Taxiunternehmen stand um 8.15 Uhr vor meiner Tür, um mich zu meinem 9 Uhr-Termin zu fahren. Mein Fahrer heißt "Horst", ist Mitte 50, leicht untersetzt mit einem junggebliebenen schmalen Gesicht. Dazu hat er kräftige Hände, bei denen das Lenkrad des Mercedes ganz filigran aussieht als ob es sich jederzeit verbiegen könnte.
Horst ist der Nachschicht-Typ - der alles schon gehört und erlebt hat und Verständnis für jeden hat. So auch für mich und meine aktuelle Situation. Er hört stets zu, stellt auch interessierte Fragen und nickt viel. Kurz und gut man muss ihn irgendwie mögen.
Zurück zum Thema: bei der Strahlentherapie angekommen, melde ich mich kurz an, um dann mit Horst erstmal eine zu rauchen, weil wir mit unseren Gesprächen noch lange nicht zu Ende waren.
Beim Eingang von der Strahlentherapie läuft man direkt auf eine Wand zu und muss dann rechts in einen großen Raum mit einem hellen Tresen gehen, um zur Strahlentherapie zu kommen.
"Nach links bei der Wand" hat sich ein Taxi-Unternehmen eingenistet - für das Horst fährt.
Er lädt mich gerade dort auf einen Kaffee ein, als "meine Strahlengehilfin" nach mir sucht.
Mit weichen Knien folgte ich ihr in den Strahlenraum. Auf dem Weg erklärt sie mir in kurzen und knappen Worten wie das Procedere ablaufen wird und fragt mich schon einige Fakten wie Metalle im Körper oder Protesen oder sonstiges ab.
Ich soll den Oberkörper frei machen und ihr in ein weiter hinter gelegenen Raum folgen.
Dann hält sie mir eine Platiklochblechmatte mit zwei Löchern in der Mitte hin und erklärt, dass dieses Gebilde erhitzt werden muss, um damit die Maske zu erstellen.
Dann musste ich mich auf eine Apparatur legen, bei der in Hüfthöhe zwei Platsikgriffe rechts und links von mir eingesteckt wurden. Ich sollte mich dann daran festhalten. Wenn es ein Problem gäbe, dann soll ich die Plastikgriffe loslassen und die Hände hoch nehmen, weil man wohl kaum zu hören ist und ja auch unter der Maske fest arretiert ist.
Dann fragte Sie mich, ob ich eine Strahlenschutz-Gebissschiene hätte.
Ich sagte das sei noch in Verhandlung mit meinem Zahnarzt und dem zuständigen Strahlenarzt.
Sie ließ mich kurz allein und kam mit der Info zurück das beide wohl jetzt miteinander telefonierten.
Sie kam zurück und machte etwas Small-Talk mit mir und ich fühle mich etwas begafft :-)
Deshalb ging ich in den Vorraum zurück, um mir mein T-Shirt wieder anzuziehen und entspannter am Gespräch teilzunehmen.
Nach ca. 15 Minuten kam dann "die Entscheidung" der Ärzte: es soll eine Gebisschiene angefertigt werden. Dieses hier geplante Kontroll-CT mit der Maske muss verschoben werden bis die Schiene da ist. Mein Zahnarzt erwartet mich morgen um 10 Uhr.
Kurz danach klingelt mein Handy und mein Zahnarzt ruft mich an, um mir die Neuigkeiten mitzuteilen, die ich ja bereits wusste.
Ich wollte nicht unhöflich sein und ließ ihn erzählen und tat auch etwas überrascht.
Der neue Strahlentermin wurde auf morgen 13.30 Uhr gelegt.
Nun ja - das hieß wieder mit Horst zu fahren und morgen wieder zu kommen.
Ich kam wieder zurück in den Eingangsbereich, aber Horst war nicht mehr zu sehen. War er wirklich wieder weg gefahren, obwohl ich ihm gesagt hatte das es maximal 30 Minuten dauert?
Ich ging an den Therapie-Tresen und bat um ein Taxi.
Nach einiges Minuten kam das gelbe Mercedes Gefährt angesaust.
Ha - Mercedes mit Chauffeur - und zwar Horst!
Jetzt wollte ich direkt zu Mr. und Mrs. Brockmann zur Elektro-Hyperthermie und Horst fuhr los. Wie ein ungeduldiger Panter auf der Jagd führte er den Stern durch die Strassen. Selbst wenn er bei einer Ampel 2 Meter weiterfahren konnte, so beschleunigte er trotzdem zwischendurch auf 40 Km/h.
Mit wehenden Fahnen setzte er mich ab und verschwand im Verkehr.
Dann war ich bei der Hyperthermie, die nicht so Schmerzhaft war, weil weniger Strom, weniger Temperatur und eine verbesserte Liegeposition doch besser taten. Das mit der Liegeposition verbessern Frau Brockmann und ich täglich bis es irgendwann perfekt passt :-)
Frau Brockmann informierte mich auch das der PEG-Sonden-Termin im Marienkrankenhaus erst am 18.2. wäre. Früher gebe es keinen Termin, was blöd wäre, weil die Bestrahlung ja am 17.2. schon beginnen solle. Ich bot ihr an mal im Elim Krankenhaus nachzufragen und wir einigten uns das ihr Mann das übernimmt.
Dann fuhr ich mit der U-Bahn nach Hause. Schmerzgebeutelt suchte ich bei meiner Mutter Trost, weil Mareike und Michel noch nicht wieder zurück waren. Achja, die haben natürlich auch was erlebt. Michel war das erste Mal in seinem Leben in einem IKEA!!! Naja nicht ganz, denn er war mal bei einem Bau von IKEAN dabei. Er wußte aber das dieser IKEA, der Einzige in Deutschland ist, der sich in einer Innenstadt befindet. (an Michel: woher weißt du das eigentlich?)
Bei meiner Mutter wurde ich mit Essen und Schmerzmitteln versorgt. Nach einem kleine Plausch ging ich rüber zu mir. Dann kamen Mareike und Michel mit den erbeuteten Dingen von IKEA und Baumarkt. Es war mehr als geplant :-) Mareike hat noch viele kleine praktische Sachen bei IKEA gefunden :-)
Dann rief auf einmal Frau Brockmann an das ich es doch bitte im Elim Krankenhaus versuchen solle und ihr dann bitte bescheid sagen. Also rief ich im Elim Krankenhaus an und nach zwei Versuchen war ich in der richtigen Abteilung telefonisch angekommen.
Ich erklärte meine Situation und auch die Dringlichkeit meines Anliegens und bekam am Montag um 11.30 Uhr einen Termin.
Dann ging ich zu meiner Mutter ins Büro, weil die schnalkische Homepage aktuelle Preise benötigte.
Doch der T-Online Zugang für die T-Online Homepage konnte nicht aufgefunden werden. Ich rief dann bei der T-Online Geschäftskundenhotline an und fragte, ob Sie Zugangsdaten zuschicken könnten, Der nette Mann am Telefon teilte mir mit, dass er neue Zugangsdaten per Post oder E-Mail zusenden könnte. Er wieß mich darauf hin, dass in der Minute, wenn er neue Zugangsdaten zukommen lässt, die alten Daten sofort nicht mehr gültig sind und entsprechend im Router die Daten angepasst werden müssten. Also der Postweg würde bedeuten das ca. 3 Tage kein Internet gehen würde - per E-Mail nur so lange bis man es geschafft hat die neuen Zugangsdaten einzugeben - ohne Internet natürlich blöd. Ich bot an am Samstag Nachmittag diesen technischen Eingriff vorzunehmen.
Doch Herr Schnalke sagte das am Samstag Valentinstag ist und es viel zu stressig wäre. Also war dieser Ausflug erst einmal nicht von Erfolg gekrönt.
Dann wollten Mareike und ich noch zum Hausarzt fahren, weil das Elim Krankenhaus für den Termin am Montag für das PEG noch eine Einweisung benötigt.
Da rief Herr Brockmann an, ob es denn noch heute möglich wäre in seiner Praxis vorbeizukommen, weil der Antrag an die AOK zur Übernahme von Kosten noch heute gesendet werden müsste.
Also fuhren wir nicht zum Hausarzt, sondern zu Herrn Brockmann, um zu unterschreiben.
Hyperthermie dann morgen früh um 8 Uhr.
Danach zum Hausarzt, um auch meine Urin-Probe, die ich seit zwei Tagen schon im Auto hatte abzugeben und auch die Einweisung zu holen.
Die Urin-Probe wurde von der Arzthelferin bemängelt, weil die Probe vor 10 Uhr da sein muss. Ich sagte sie ist von vor 10 Uhr - doch sie meinte das Abgeben am gleichen Tag und gab mir eine neue Dose mit. Sie bemerkte auch das ich meinen Namen dann nicht vergessen soll auf die Probe zu schreiben.
Somit Plan für morgen:
8 Uhr Hyperthermie
vor 10 Uhr bei Hausarzt sein
10 Uhr Zahnarzt
12.50 Uhr Taxi Abfahrt
13.30 Uhr Strahlentherapie
Da muss ja kerngesund sein, um den Stress durchzustehen!!!
:-)
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